{"id":3437,"date":"2023-04-07T15:15:00","date_gmt":"2023-04-07T13:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.galerieweisserelefant.de\/?p=3437"},"modified":"2023-04-07T15:15:00","modified_gmt":"2023-04-07T13:15:00","slug":"kuenstlerinnenveronika-christine-draexler-patrick-alan-banfieldkuratormarcus-boxlereroeffnung-16-02-2023-19-bis-22-uhrausstellung-17-02-2023-10-04-2023kuratorenfuehrungen-18-02-amp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/?p=3437","title":{"rendered":"<strong>K\u00fcnstler:innen:<\/strong><a href=\"https:\/\/www.veronikadraexler.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Veronika Christine Dr\u00e4xler<\/a>, <a href=\"https:\/\/patrickalanbanfield.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Patrick Alan Banfield<\/a><br><strong>Kurator:<\/strong><a href=\"https:\/\/www.marcusboxler.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Marcus Boxler<\/a><br><strong>Er\u00f6ffnung: <\/strong>16.02.2023, 19 bis 22 Uhr<br><strong>Ausstellung:<\/strong> 17.02.2023 \u2013 10.04.2023<br><strong>Kuratorenf\u00fchrungen:<\/strong> 18.02. &amp; 08.04, 14 Uhr, 24.03., 18 Uhr"},"content":{"rendered":"<p>Die K\u00fcnstlerin ist anwesend \/ The artist is present. Mit dieser Ank\u00fcndigung laden Galerien, Kunstvereine und Museen zu Er\u00f6ffnungen und versprechen sich davon mehr \u00f6ffentliches Interesse. Aber die K\u00fcnstlerin beziehungsweise der K\u00fcnstler ist durch seine Kunst ohnehin anwesend. Viel dringlicher stellt sich die Frage: Wer oder was ist sonst anwesend? Geister der Vergangenheit? Etwa Erz\u00e4hlungen von \u00dcbergriffen, emotionaler Erpressung und strukturellem Machtmissbrauch. Dies f\u00f6rdert \u201eChapters of Violence\u201c zutage.<\/p>\n<p>Mit der Ausstellung sto\u00dfen die K\u00fcnstler:innen Veronika Christine Dr\u00e4xler und Patrick Alan Banfield gemeinsam mit der galerie wei\u00dfer elefant einen gemeinschaftlichen Reflektions- und Aufarbeitungsprozess an, der sich mit misogynen Strukturen im Ausstellungsbetrieb auseinandersetzt und der weit \u00fcber die Grenzen der Galerier\u00e4ume hinausgeht. Ein Prozess, der multiperspektivisch gef\u00fchrt wird: weiblich, m\u00e4nnlich, institutionell. Denn die Erfahrungen der K\u00fcnstlerin sind das Resultat von Machtstrukturen, die ein kulturell einprogrammiertes Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau erzeugen. Diesen Machtstrukturen wiederum liegen kollektive Traumata zugrunde. Sie sind das Ziel der Ausstellung. Das Trauma ist anwesend. Machtstrukturen, vor allem solche, die Ungleichheiten zwischen Geschlechtern bef\u00f6rdern, existieren \u00fcberall. Sie sind getarnt in Mustern, die Kultur und Gesellschaft reproduzieren.&nbsp;<\/p>\n<p>Das Getarnte muss sichtbar werden.&nbsp;<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Erfahrungen von Trauma werden in der Ausstellung \u201eChapters of Violence\u201c in Bezug gesetzt zu inh\u00e4renten gesellschaftlichen Konventionen und Hierarchien. \u201eChapters of Violence\u201c ist die Momentaufnahme des Prozesses, kollektive Traumata, die zu der Konstruktion derselben institutionellen Rahmenbedingungen f\u00fchrten, in deren Handlungsrahmen die Ausstellung sich selbst ereignet, zumindest sichtbar zu machen. Gleichsam untersuchen die kombinierten Werke von Dr\u00e4xler und Banfield&nbsp; die innewohnende Ambivalenz der Symptome gesellschaftlicher Traumata: In welchem Verh\u00e4ltnis steht toxische M\u00e4nnlichkeit zu Softness und Verletzlichkeit? Zu wessen Lasten kann ein Heilungsprozess stattfinden und wer \u201ebezahlt\u201c ihn \u2013 im \u00f6konomischen wie im emotionalen Sinn. Die Ausstellung ist eine installative Anordnung, die alle Einzelwerke wie auch R\u00e4ume in ein \u00fcbergreifendes Konzept integriert. Banfields umfangreiches, filmisches Oeuvre sowie seine installativen Anordnungen medienbasierter Kunst korrespondieren erstmals vis-\u00e0-vis mit Veronika Christine Dr\u00e4xlers Werken: Performativit\u00e4t trifft Kinematographie, Objekt- trifft Medienkunst. Erstmals entstanden in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen ZigZagZurich | 4spaces neue Textilarbeiten beider K\u00fcnstler:innen.&nbsp;<\/p>\n<p>Prozessorientiert ist die Ausstellung entwickelt worden mit dem Ziel, weibliche, m\u00e4nnliche sowie institutionelle Perspektiven auf strukturelle Ungerechtigkeit einzubinden. Wie tr\u00e4gt M\u00e4nnlichkeit zu zwischengeschlechtlichen Ungleichheiten bei? Inwiefern konsolidieren institutionelle Rahmenbedingungen auf diesen Ungleichheiten fundierte Ungerechtigkeiten? Und wie sieht eine Form toxischer Weiblichkeit aus? Wie in einem Nervensystem beziehen sich die Galerie- und ehemaligen Wohnr\u00e4ume aufeinander, sind ineinander verwoben wie subjektive und intersubjektive Narrative, deren Grenzen in der Ausstellung aufgel\u00f6st werden. Der Ort, an dem diese abstrahierte Dichotomie am st\u00e4rksten in Erscheinung tritt, ist zugleich der umfunktionierte Galerieraum: die Wohnung.&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ausstellung entstehen neue k\u00fcnstlerische Beitr\u00e4ge, kollaborative Arbeiten sowie Einzelwerke. Gemeinsam mit dem Patrick Alan Banfield hat sich Dr\u00e4xler dem mit Gewaltgeschichten gef\u00fcllten Galerieraum gen\u00e4hert und eine Parallelstruktur mit \u00e4quivalenten Geschichten entwickelt, die in Installationen, Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen, (Wand-)Malereien und Sound-Werken erz\u00e4hlt wird.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die K\u00fcnstlerin ist anwesend \/ The artist is present. Mit dieser Ank\u00fcndigung laden Galerien, Kunstvereine und Museen zu Er\u00f6ffnungen und versprechen sich davon mehr \u00f6ffentliches Interesse. Aber die K\u00fcnstlerin beziehungsweise der K\u00fcnstler ist durch seine Kunst ohnehin anwesend. Viel dringlicher stellt sich die Frage: Wer oder was ist sonst anwesend? Geister der Vergangenheit? Etwa Erz\u00e4hlungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3437","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3437"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3438,"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3437\/revisions\/3438"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.galerieweisserelefant.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}